Übersicht

 

Lernprozesse anregen statt steuern

Was geschieht beim Lernen „im Kopf und im Körper“? Der Text beschreibt den Wandel vom einfachen Reiz-Reaktionsmodell hin zu einem Verständnis, in dem individuelle Lernprozesse nicht exakt vorhergesagt oder gesteuert werden können. Auch musikalisches Lernen lässt sich demnach vor allem anregen. Die Apps guiDo!, tabDo! und rapDo! verstehe ich als solche Lernimpulse 

 

 

Melodien als Gestalten verstehen

Der Text erklärt, wie Gestalttheorie und Kognitionswissenschaft unser Verständnis von Melodien prägen: Eine Melodie bleibt als solche erkennbar, auch wenn sie in einer anderen Tonart oder mit anderer Klangfarbe erklingt. Daraus leite ich pädagogische Konsequenzen ab: Kinder können Melodien mit relativer Solmisation und Rhythmussilben erfassen. Der Beitrag stellt außerdem ein musikpädagogisches Programm vor, das von Kinderliedern ausgeht und Melodie und Rhythmus schrittweise wahrnehmbar und notierbar mach ® LINK

 

Von Gesang zu musikalischem Verstehen

Der Text stellt die musikpädagogischen Ansätze von Zoltán Kodály und Edwin Gordon vor: Beide setzen beim Hören und Singen an, bevor Notenschrift und Symbole ins Spiel kommen. Er skizziert zentrale Elemente wie relative Solmisation, Rhythmussilben und Gordons Begriff der Audiation und fragt, welche Rolle Patterns beim musikalischen Lernen spielen. Im Mittelpunkt steht die weiterführende Frage, was Kinder beim Singen bereits von selbst lernen – und wobei gezielte Musikpädagogik sie unterstützen kann ® LINK

 

 

Methodenstreit oder Methodenmix?

Der Text plädiert dafür, den "Streit" zwischen Kodály- und Gordon-Anhängern nicht in den Mittelpunkt zu stellen: In der Praxis könne ein eklektischer Ansatz hilfreich sein, und guiDo! sowie tabDo! ließen sich mit beiden Konzepten verbinden. Als wichtigen Unterschied hebt der Beitrag die Rhythmussilben hervor: Kodálys Silben benennen Notenwerte, Gordons System orientiert sich stärker an der Funktion der Schläge im Metrum. rapDo! verwendet derzeit Gordons Rhythmussilben; eine Version mit Kodály-Silben ist laut Text geplant ® LINK

 

Digitale Medien sinnvoll ergänzen

Der Text plädiert für einen differenzierten Blick auf digitale Medien: Wo haptisches Erleben wichtig ist, etwa beim Zusammensetzen eines Puzzles, ersetzen Apps die praktische Erfahrung nicht. Beim Lernen von Tönen und Melodien können digitale Anwendungen dagegen einen eigenen Nutzen haben, wenn sie das Singen, Tanzen und Musizieren ergänzen statt ersetzen. Der Beitrag verweist außerdem auf ein zentrales Problem: Kindern fehlt oft unmittelbares Feedback beim Üben – hier könnten Apps unterstützen ® LINK

 

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Wie funktionieren Lernprozesse?

 

Wenn wir das nur wüßten! 

Es ist noch gar nicht so lange her, da war das Denkmodell die black box: auf einen betimmten Input folgt ein voraussehbarer Output, aber was im Inneren der black box (also im Kopf und im Körper) passiert ist unbekannt.

 

Die Hoffnung ist: wir werden schon herausfinden, was da im Inneren passiert. Anders augedrückt: man dachte, daß man zutreffende Theorien entwickeln und daraus erfolgversprechende didaktische Designs entwerfen kann, daß wir also ziemlich genau wissen können, wie Kinder reagieren.

 

Die neurobiologische Forschung entwickelt sich stürmisch und in einem ist man sich einig: So ist das sicher nicht. Und in der Praxis erleben Eltern, Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen und Lehrer täglich, daß es nicht möglich ist, individuelle Lernprozesse exakt zu steuern. Wir können Lernprozesse lediglich stimulieren. Das trifft natürlich auch auf musikalische Lernprozesse zu.

 

Mit guiDo!, tabDo! und rapDo! hoffe ich, wirksame Stimuli entwickelt zu haben. 

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